Vitrinen-Ausstellung
Vitrinen-Ausstellung im Foyer Horner Freiheit
Juli / August 2026: Kartonmodellbau
Die früheste Darstellung eines Kartonmodelles befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Es handelt sich um ein Sonnenuhrkruzifix von Georg Hartmann und wird um das erste Drittel des 16. Jahrhunderts datiert. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts dienten die wenigen Modellbaubogen
oder Modellbauanleitungen nur zur Veranschaulichung bestimmter Bauten
oder Sachverhalte. Die ersten kommerziellen Modellbaubogen entstanden
Ende der 1840er Jahre in London. Ende der 1850er Jahre begannen in Frankreich und Deutschland mehrere
Verleger, Modellbaubogen zu produzieren. Bis in die 1950er waren die
Kartonmodellbaubogen marktbeherrschend im Modellbaubereich. Aufgrund der
einfachen Herstellung und des deshalb niedrigen Preises konnten die
Bogen in hohen Stückzahlen verkauft werden. Sie dienten vor allem der
Unterrichtung und Bildung von Schülern und Jugendlichen. Mit dem Aufkommen des Plastikmodellbaus
verloren die Kartonmodelle ihre Bedeutung und wurden zu einem
Nischenprodukt. Viele Verlage mussten aufgrund der zurückgehenden
Verkaufszahlen ihre Produktion einstellen. Erst seit den 1990er Jahren ist ein Aufschwung im Kartonmodellbau zu
verzeichnen. Die Möglichkeit des Downloads von Modellbaubogen aus dem
Internet sowie dessen Ausdruck auf Farblaserdrucker haben zudem die Verbreitungsmöglichkeiten weiter erhöht. Durch verbesserte Konstruktionsmethoden (CAD) ist es heute möglich, Kartonmodelle wesentlich vorbildgetreuer zu konstruieren als früher. Mit der einfachen Möglichkeit zur Verbreitung von Vorlagen über das Internet hat sich eine Papiermodellbauszene
entwickelt, die sich neben den klassischen Architektur- und
Fahrzeugmodellen auch dem Bau, der Entwicklung und der kreativen
Gestaltung von Phantasie- und Dekorationsobjekten widmet.
Die Grenzen des Detaillierungsgrades bilden heute nur noch
die Fähigkeiten des Modellbauers und die Materialeigenschaften des
Papiers. So werden Schiffsmodelle im Maßstab 1:250 mit über 7.000
Einzelteilen angeboten. Das Spektrum der heute angebotenen Modelle
reicht von Gebäuden (Kirchen, Museen, Wohnhäuser) über Schiffe,
Flugzeuge, Lokomotiven bis hin zu Raumschiffen. Der ausgestellte Modellbaubogen der Titanic in Form eines Heftes bildet das Schiff im Maßstab 1:200 und einer Länge von 135 cm ab.
Die Modelle wurden vom Vorsitzenden der Geschichtswerkstatt gesammelt und gebaut.


Kleiner Ausschnitt der ausgestellten Papiermodelle